Raging Dawn

Klappentext

Mein Name ist Sandy. Eigentlich Dawn.

Aber die Typen vom Zeugenschutz meinten, dass ich es nicht mal wagen sollte, daran auch nur zu denken.

In einer Nacht vor sechs Jahren bin ich gestorben. Und als Sandy wieder auferstanden. Ich habe mich selbst neu erfunden. Angetrieben von meinem Hass auf jenen Mann, dem ich all das zu verdanken habe. Einen Mann, den ich mindestens so sehr hasse, wie ich ihn einst geliebt habe.

Er hat mein Leben zerstört. Jetzt zerstöre ich seins. Und ich fange bei den Diamanten an. 

Eigene Meinung

Sarah Baines ist für mich inzwischen eine absolute FeelGood-Autorin.

Egal, was sie schreibt – ich lese es. Gut, Shifter lasse ich aus. Das ist einfach nicht mein Ding. Aber ansonsten kann Sarah mir vermutlich alles vor die Nase legen und ich bin dabei.

Und diesmal heißt das Buch „Raging Dawn“.

Der Titel ist Programm.

Allerdings habe ich direkt einen kleinen Tipp für euch, bevor wir überhaupt zum eigentlichen Buch kommen: Lest vorher „11“.

Eigentlich kann man Sarahs Bücher alle unabhängig voneinander lesen. Das funktioniert auch bei „Raging Dawn“. Allerdings tauchen hier die Protagonisten aus „11“ wieder auf und dadurch entstehen ein paar Fragen, die man sich vermutlich nicht stellen würde, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest.

Ich habe es natürlich anders gemacht.

Erst „Raging Dawn“, dann „11“.

Falsche Reihenfolge, trotzdem alles verständlich. Aber im Nachhinein dachte ich mir: Hätte ich „11“ vorher gelesen, hätte ich mir einige kleine Fragezeichen erspart.

Daher mein Tipp: Wenn ihr „Raging Dawn“ lesen wollt, nehmt euch zuerst „11“ vor. Dann habt ihr die wundervolle Reihenfolge und keine offenen Fragen, die sich im Hinterkopf festbeißen.

Wie so ein Eichhörnchen.

Jetzt aber zum Buch.

Second Chance.

Eigentlich überhaupt nicht mein Trope.

Aber Sarah macht wieder Sarah-Dinge und hebelt meine Meinung einfach aus.

„Wie, du magst den Trope nicht? Lies es trotzdem. Wird dir gefallen.“

Ja, Sarah.

Mach ich.

Und ja, es hat mir gefallen.

Denn hier kämpft der Mann eben nicht um die Liebe seines Lebens. Die ist tot.

Glaubt er.

Dann beklaut sie ihn.

Und er sperrt sie ein.

Okay. Das war jetzt etwas schnell.

Denn Sandy war nicht immer Sandy. Eigentlich heißt sie Dawn. Vor sechs Jahren ist sie für die Welt gestorben und hat sich im Zeugenschutz ein neues Leben aufgebaut. Doch ihren Hass auf den Mann, dem sie die Zerstörung ihres alten Lebens zuschreibt, hat sie mitgenommen.

Und jetzt ist sie zurück.

Nicht, um ihm zu vergeben.

Nicht, um ihn wiederzubekommen.

Sondern um ihn zu zerstören.

Dabei erfahren wir in Rückblicken nach und nach, wie Dawn und dieser Mann sich kennengelernt haben, wie ihre Beziehung entstanden ist und was passiert ist, das Dawn letztendlich in den Zeugenschutz gebracht hat.

Und genau da wird es kompliziert.

Denn sie hasst ihn.

Aber sie liebt ihn auch.

Immer noch.

Und manchmal kann Hass verdammt viel überdecken.

Während Dawn also ihren persönlichen Rachefeldzug plant, verfolgt er gleichzeitig seine eigenen Ziele. Er will den Mann zu Fall bringen, den er für all das verantwortlich macht, was passiert ist.

Und plötzlich haben wir eine Kettenreaktion.

Der eine plant den Untergang des anderen, der wiederum den Untergang eines Dritten plant, während irgendwo dazwischen noch eine alte Liebe, Rache, Geheimnisse und jede Menge Diamanten herumfliegen.

Ah!

Das ist genau die Art von Geschichte, bei der ich irgendwann das Gefühl bekomme, dass Sarah Baines vermutlich mit einer riesigen Pinnwand vor sich gesessen hat.

Rote Fäden überall.

Fotos.

Namen.

Pfeile.

Noch mehr rote Fäden.

Und irgendwo daneben wahrscheinlich ein kleiner Zettel mit „NICHT VERGESSEN, DASS X DAS ÜBER Y WEISS“.

Denn dieses Gewirr ist komplex. Richtig komplex.

Und trotzdem bleibt die Geschichte in sich schlüssig und logisch. Genau das liebe ich an Sarahs Büchern: Sie schreibt keine Figuren, die einfach nur irgendwelche Rollen in einer Handlung erfüllen. Ihre Charaktere haben Tiefe, eigene Beweggründe und nachvollziehbare Entscheidungen.

Und wenn am Ende plötzlich mehrere Puzzleteile ineinandergreifen, denkt man nicht: „Ach, das hat die Autorin jetzt einfach so hingebogen.“

Man denkt eher:

„Natürlich!“

Und dann fragt man sich, wie zur Hölle sie das alles vorher schon im Kopf sortiert bekommen hat.

„Raging Dawn“ ist für mich wieder genau das, was ich von Sarah Baines inzwischen erwarte: eine Geschichte mit viel Gefühl, ordentlich Drama, komplexen Verbindungen und Charakteren, die deutlich mehr sind, als sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Und Female Rage gibt es obendrauf.

Klare Leseempfehlung für alle, die Female Rage mögen und sich gerne in einem schön komplizierten Netz aus Rache, Liebe und Geheimnissen verlieren.

Und natürlich bekommen wir unser Happy End.

Der Böse wird bestraft.

Der andere Böse wird belohnt.

Und das Mädchen bekommt den Drachen.

Was will man mehr?