Klappentext
Lana Myers war schon immer eine Einzelgängerin. Bis sie FBI-Agent Logan Bennett begegnet. Er ist der erste Mann, den sie in ihr Leben lässt. Logan hat jedoch keine Ahnung, dass Lana nicht nur seine perfekte Freundin ist, sondern auch die Serienmörderin, die er jagt. Er weiß ebenfalls nicht, welch unaussprechliches Leid die Männer Lana angetan haben, die sie jetzt dafür büßen lässt. Stattdessen glaubt er, er müsste Lana vor dem berüchtigten »Boogeyman« schützen – einem Killer, der es besonders aufs FBI abgesehen hat und sich an Logan rächen will. Doch Lana braucht keinen Schutz, denn sie kennt schon lange keine Gnade mehr …
Eigene Meinung
Female Rage!
Ja. Es ist einfach genau das.
Lana haut in Band 3 noch einmal richtig in die Vollen. Und ich bin verdammt froh, dass ich Band 3 direkt mitgekauft habe. Denn natürlich hätte ich nach dem Cliffhanger von Band 2 sonst vermutlich irgendwo im Haus gesessen und S. T. Abby verflucht, bis endlich der nächste Band erschienen wäre.
Wobei … ich bin auch mit Band 3 wieder an einem Cliffhanger gescheitert.
Diese Frau ist echt die Königin der Cliffhanger. Langsam glaube ich, das ist gar kein Stilmittel mehr, sondern persönliche Boshaftigkeit.
Aber zurück zum Buch.
Was mir in diesem Band besonders gefallen hat, ist Hadley. Die Frau aus Logans Team, die Lana inzwischen ziemlich genau auf dem Radar hat, entpuppt sich als absolutes Girls Girl. Und ich liebe alles daran.
Denn es hätte auch ganz anders laufen können.
Hadley hätte einfach die typische Gegenspielerin sein können, die Lana unbedingt zu Fall bringen will. Stattdessen bekommen wir eine Figur, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und dabei eine Seite zeigt, mit der ich so nicht gerechnet hatte.
Und währenddessen weicht Lana tatsächlich einmal von ihrer Mordliste ab.
Aus einem verdammt guten Grund.
Gerade dadurch zeigt sich für mich noch einmal sehr deutlich, dass Lana eben nicht die emotionslose Psychopathin ist, als die man sie vielleicht am Anfang einordnen könnte. Sie hat ihre eigenen Regeln. Ihre eigene Moral. Und auch wenn diese Moral definitiv … sagen wir mal ungewöhnlich ist, macht genau das sie als Figur so interessant.
Überhaupt zieht mich die Geschichte immer weiter in ihren Sog.
Mit jedem Band kommen neue Details ans Licht, Dinge aus der Vergangenheit ergeben plötzlich einen anderen Sinn und S. T. Abby streut immer wieder kleine Überraschungen ein, bei denen ich einfach nur denke: Ach komm. Echt jetzt?
Und dann gab es für mich einen der besten Momente des ganzen Buches:
„Er ist der Mörder.“
„Wieso sitzt der im Rollstuhl? Der kann nicht unser Mörder sein.“
Ja gut.
Auch das FBI macht Fehler, nicht wahr?
Ich musste so lachen.
Aber gleichzeitig zeigt genau das, wie geschickt Abby mit unseren Erwartungen spielt. Man glaubt, man hätte inzwischen verstanden, wie dieses Spiel funktioniert – und dann kommt die Autorin um die Ecke und schiebt einem den nächsten Stein vor die Füße.
Und dann lernen wir endlich den Ort kennen, an dem alles seinen Anfang genommen hat.
Und plötzlich erklärt sich so verdammt vieles.
Dieser Ort ist nicht einfach nur irgendein Schauplatz. Er ist der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Das Tor zur Hölle, bewacht vom örtlichen Sheriff, bei dem ich mich irgendwann ernsthaft gefragt habe, ob der Mann vielleicht persönlich mit dem Teufel verwandt ist.
Oder ob er der Teufel höchstpersönlich ist.
Ich will an dieser Stelle natürlich nicht spoilern, aber genau dieser Teil der Geschichte hat bei mir noch einmal richtig viel ausgelöst. Denn plötzlich bekommt die Vergangenheit eine konkrete Form. Wir kommen dem näher, was vor zehn Jahren passiert ist und warum Lana zu der Frau geworden ist, die wir heute begleiten.
Und dann …
ist das Buch vorbei.
Natürlich.
Wir bekommen nicht einfach die ganze Geschichte. Nein. Wir bekommen die Tür vor der Nase zugeschlagen.
Cliffhanger aus der Hölle.
Hmpf.
Ich bin gerade beim Schreiben dieser Rezension noch ein paar Tage davon entfernt, Band 4 lesen zu können. Wenn diese Rezension veröffentlicht wird, habe ich das wahrscheinlich längst geschafft. Aber in genau diesem Moment sitze ich hier und denke mir:
Warum mache ich das eigentlich freiwillig?
Ach ja.
Weil ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
„Revenge“ hat für mich noch einmal gezeigt, warum diese Reihe so gut funktioniert. Die Charaktere werden immer vielschichtiger, die Geschichte wird immer größer und gleichzeitig werden immer mehr Puzzleteile an ihren Platz gelegt.
Und Lana?
Lana bleibt Lana.
Nur dass ich sie inzwischen deutlich besser verstehe.
Female Rage eben.
