Klappentext
Ich beobachte dich. Und das schon viel länger, als du dir bewusst bist.
Du fürchtest mich, nicht wahr?
Mir gefällt, dass du das tust, denn ich genieße dieses kleine Flackern in deinem Blick, wenn du dich nach jener Gefahr umsiehst, von der du zwar weißt, die du aber nicht sehen kannst.
Schon bald wirst du mir gehören. Aber vorher spielen wir noch ein kleines Spiel.
4 Autorinnen, 4 Romances, 1 Hotel und die große Frage: Was ist los mit diesem verdammten Valentinstag?
Jede Geschichte so eigen wie die Autorinnen selbst. Gerechnet werden muss mit allem. Nur eines ist sicher: Es wird dark.
Eigene Meinung
Ich brauche definitiv ein Dark-Romance-Bingo, denn hier kommt nun meine erste bewusste Stalker-Geschichte – und natürlich stammt sie von Sarah Baines, was eigentlich niemanden überraschen dürfte. Erste Vampire Romance? Sarah Baines. Erste Dark Romance? Ebenfalls Sarah Baines. Und auch das erste Buch, das ich vollkommen blind kaufe, ohne auch nur einen Blick auf den Klappentext zu werfen, nur weil ihr Name daraufsteht – ja, richtig geraten. Sie ist für mich diese eine Autorin, bei der ich weiß, dass sie mich auffängt, egal wie dunkel, wie explizit oder wie gewagt es wird.
Und genau das passiert auch in The Valentines Hunt. Obwohl es sich um den Auftakt eines Projekts mehrerer Autorinnen handelt, funktioniert die Geschichte wunderbar eigenständig, ohne dass man das Gefühl hat, Vorwissen zu brauchen. Stattdessen wird man direkt hineingezogen in Darleens Welt – eine junge Frau mit Goth-Vibes, klaren Fantasien und einem Fear Kink, von dem ich ehrlich dachte, er würde mich beim Lesen eher kaltlassen. Tja. Falsch gedacht.
Denn was zunächst wie ein klassisches „Ich beobachte dich“-Szenario beginnt, entwickelt sich schnell zu einem perfide inszenierten Spiel zwischen Angst und Verlangen. Ein anonymer Stalker tritt in Darleens Leben, kennt Details, trifft Entscheidungen, überschreitet Grenzen – und statt panisch Reißaus zu nehmen, spürt man gemeinsam mit ihr dieses elektrische Knistern, dieses verbotene Ziehen im Bauch, das sich nicht nur aus Furcht speist, sondern aus etwas sehr viel Tieferem. Darleen bezeichnet sich selbst zwischendurch als kleinen perversen Goth, und ich saß da und dachte mir nur: Wenn das pervers ist, dann bin ich es wohl auch, denn die Art und Weise, wie ihre Fantasien Realität werden, ist beunruhigend perfekt inszeniert.
Sarah Baines versteht es meisterhaft, psychologische Spannung mit expliziter Erotik zu verbinden, ohne dass es jemals plump wirkt. Dieses Buch trieft vor Lust und Verlangen, und doch ist es nicht nur die körperliche Ebene, die fesselt, sondern vor allem das Spiel mit Kontrolle, Identität und Erwartung. Man rätselt, spekuliert, läuft – genau wie Darleen – eher neugierig hinterher, anstatt Abstand zu suchen, und ertappt sich dabei, dass man an bestimmten Stellen lieber mit ihr tauschen würde, anstatt sie zur Vernunft zu mahnen.
Wendungen, Irrungen, gezielte Enthüllungen – Sarah schöpft aus den Vollen und lässt ihre Leserinnen tief eintauchen in Sehnsüchte, die oft nur im Kopf existieren und selten so konsequent ausgelebt werden. Und genau darin liegt die Faszination dieses Buches: Es fühlt sich an wie ein Pflaster auf der Wunde unerfüllter Kinks, wie ein literarisches „Was wäre, wenn…“, das sich traut, keine halben Sachen zu machen.
Und ja, an manchen Stellen wollte ich definitiv mit ihr tauschen. Sarah weiß vermutlich ganz genau, welche ich meine.
Und verdammt – ich will auch so einen Stalker.
Genau so einen.
Ihr werdet verstehen, was ich meine, wenn ihr es lest.
Fakten
Titel: The Valentine’s Hunt (Sweet damned Valentine)
Autor: Sarah Baines
Preis: Taschenbuch 15,00 € / Ebook 3,99 €
Hier erhältlich: https://amzn.eu/d/06BZ0RDT
