Interview – Joe Hanna Schwarz (Rebeccas Reise)
Interview – Joe Hanna Schwarz (Rebeccas Reise)

Interview – Joe Hanna Schwarz (Rebeccas Reise)

In “Rebeccas Reise” fällt die Protagonistin regelrecht aus unserer Welt in die Welt von Cosmavena – einer Welt voller Magie, dunkler Bösewichte und starken Helden. Und wird selbst, ungewollt, zu einer Heldin. Joe Hanna Schwarz macht das real, was sich viele Bücherratten wünschen: Eintauchen in die Fantasy-Welt, selbst einmal der Held der Geschichte sein, Magie wirken und Abenteuer erleben. 

Wie es dazu kam und was sich alles in Cosmavena versteckt, das habe ich die Autorin gefragt. 

In Rebeccas Reise fällt die Protagonistin regelrecht in eine Fantasy-Welt hinein. Aus unserer Welt hinaus! Ich glaube, jeder Büchernarr hat sich das schon einmal gewünscht. Wie sieht es bei dir aus? Gibt es eine Fantasy-Welt, wenn sich da ein Tor öffnen würde, in die du ohne Frage verschwinden würdest und warum?

Definitiv. Meine große Inspiration ist das Land Märchenmond von Wolfgang Hohlbein, da würde ich sofort hin 😅

Rebecca lässt Mann und Kind in unserer Welt zurück, ungewollt, und muss sich Abenteuern stellen, die sie in reale Gefahr bringen. Was sind Rebeccas Stärken und was denkst du, kann sie von ihren Abenteuern auch in unserer Welt an Wissen gebrauchen?

Ihre größte Stärke ist ihr unbeirrbarer Familiensinn: Egal, wie viel Magie sie plötzlich in sich entdeckt, ihr Ziel bleibt, einen Weg zurück zu Mann und Sohn zu finden. Dieses klare innere Nordlicht trägt sie durch jede Prüfung – und genau das würde ihr auch hier helfen: Prioritäten setzen, Grenzen verschieben, weitergehen.
Außerdem ihr Durchhaltevermögen, dass würde ihr auf jeden Fall auch bei uns helfen 😁

Deine Geschichte verbindet die alltägliche Realität mit uralter Magie und einem neuen, gefährlichen Kosmos. Wie viel Symbolik steckt für dich dahinter – ist Cosmavena vielleicht auch ein Spiegel für Rebeccas inneren Wandel?

Total. Die Welt verliert sichtbar Magie – so wie Rebecca anfangs den Draht zu sich selbst. Ihr Weg, diese Magie wiederzufinden, spiegelt ihren Selbstwert- und Wahrheitsbogen. Nicht zufällig lautet das Leitmotiv: „Wenn Vergangenheit und Gegenwart kollidieren, entscheiden Mut und Wahrheit die Zukunft.“

Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen Rebeccas Familie und der Freiheit in der anderen Welt. Wie wichtig war es dir, diesen Zwiespalt zwischen Verantwortung und Selbstverwirklichung zu zeigen?

Weil echte Heldinnen nicht nur Monster, sondern Konsequenzen bekämpfen. Rebecca sehnt sich nach Freiheit und Zugehörigkeit – doch der Kompass bleibt die Familie. Dieses Ringen macht sie greifbar.

Die Highlands sind als Ausgangspunkt ja nicht zufällig gewählt. Was hat dich an Schottland und dieser Landschaft so inspiriert, dass du sie als Tor in eine magische Welt gewählt hast?

Die Highlands verbinden Weite, Nebel, Felsen, alte Steine – Landschaft als Tor. Diese Haptik der Natur war für mich die perfekte Rampe in eine Welt, die sich anfühlt, als könnte sie gleich hinter der nächsten Klippe beginnen. Alles was sie betrifft ist in meinen Augen mystisch, nicht umsonst kommen die Legenden der faszinierensten Fabelwesen von dort.

In deinen Beschreibungen von Cosmavena spürt man viel Atmosphäre und Tiefe. Hast du diese Welt von Anfang an vollständig entworfen, oder entwickelt sie sich mit jedem Band weiter?

Beides. Das Gerüst stand früh: fünf Länder, Magiesystem, Widerstand, zentrale Orte. Aber Details wachsen organisch – etwa wenn Rebecca vor einer gravierten Weltkarte Cosmavenas steht, die erst später all ihre Feinheiten offenbart. 

Rebecca entdeckt Kräfte, die sie nie für möglich gehalten hätte – und die glaube ich, jeder von uns gerne hätte. Glaubst du, dass jeder Mensch in unserer Welt eine Art „verborgene Magie“ in sich trägt – und wenn ja, wie zeigt sie sich für dich?

Ja – und ich nenne sie gern Fähigkeit: etwas Inneres, das nicht von Elementen kommt, sondern aus Charakter, Mut, Liebe, Beharrlichkeit. Genau so ist „Fähigkeit“ in Cosmavena gedacht. 

Sprechen wir mal über Band 2! Vertrauen scheint hier ein zentrales Thema zu sein. Wie gehst du beim Schreiben mit Figuren um, die moralisch ambivalent oder unberechenbar sind? Macht dir das besonders Spaß?

Ich lasse sie ihre eigene Logik leben – ohne sie zu entschuldigen. Figuren wie Cole, der sich selbst „den Feind“ nennt und buchstäblich in Schatten verschwinden kann, bleiben fürs Ensemble eine ständige Unschärfe. (Coles Selbstbeschreibung und Schatten-Fähigkeit. ) Das zwingt alle, sich zu positionieren – und jemand wie Fin, der Lüge von Wahrheit unterscheiden kann, hebt die Spannung noch einmal an. 

Zum Abschluss: Wenn Leser*innen aus Rebeccas Geschichte nur eine Botschaft mitnehmen könnten – welche wäre das?

Du bist nicht verloren, wenn du fällst – nur, wenn du liegenbleibst. Wähle dich, halte zu den Deinen und geh deinen Weg, auch wenn er Angst macht.

Wer jetzt Lust hat das Buch zu lesen findet hier meine Rezensionen zu Band 1 und Band 2 inklusive Amazon Links!

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